Europaschau Welver 2010
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Bericht zur Europaschau für Iberische Taubenrassen in Welver 2010
Anlässlich der 32 Kreisschau des KV Soest und dem 100 jährigen Jubiläum des RGZV Welver führte der Sonderverein der spanischen Hängekropftauben seine HSS verbunden mit der Europaschau für Iberische Taubenrassen durch. Unser Dank gilt der Züchterfamilie Brinkwirth für die Übernahme der Schau, der prima Unterbringung und der herzlichen Gastfreundschaft. Mit 263 Tieren unserer Rassen blieben wir im Rahmen der Erwartungen, wenngleich wir uns natürlich ein paar Tiere mehr gewünscht hätten. Der Schaubericht teilt sich in zwei Teile, einmal die Einschätzung des Zuchtstandes unserer Hängekropftauben von M. Barbeito und der Bericht über die anderen beiden Rassen unseres SV, der Marchenerokröpfer und der in Deutschland nicht anerkannten Rassen von M. Brinkwirth.
Auf der Europaschau 2010 waren 28 Spanische Erdbeeraugen in 5 Farbenschlägen von 6 Ausstellern zur Schau gemeldet. Die Zuchtbasis, dieser zu den Warzentauben zählende Rasse, ist noch nicht so groß und die bisher vorhandenen Tiere sind noch nicht so einheitlich wie gewünscht. Unterschiede gibt es noch in der Körpergröße, Schnabelsubstanz, den Schnabelwarzen, sowie in der Ausprägung der roten Augenränder. Die bei den Jungtieren noch nicht sehr breiten Augenränder entwickeln sich über die gesamte Lebensdauer eines Erdbeerauges. Bei einigen der Alttiere waren schon sehr schöne und nicht zu blasige Augenränder vorhanden. Das größte Problem ist die teilweise noch dürftig Rückenabdeckung der Tiere. Hier gibt es noch viel Zuchtarbeit zu leisten. Auch wirken einige Tiere in der Hinterpartie noch recht lang. Gezeigt wurden 3 Tiere in Schwarz, 9 in Rot, 3 in Gelb, 9 in Weiß und 4 in Rotgescheckt. Die am höchsten bewerteten Tiere zeigten mit „hv96“ M. Matz auf 1,0 alt Rot, K. Reinermann auf 0,1 alt Gelb, A. Brinkwirth auf 0,1 alt Weiß und E. Pietrzak auf 1,0 alt Rotgescheckt. M. Matz konnte auf eine 0,1 alt in Rot die Höchstnote erringen. Dieses Tier wurde Europachampion dieser Rasse!
18 Gaditanokröpfer aus Frankreich und Deutschland wurden gezeigt. Hier hatte unser niederländischer Preisrichter S. van Leijen keine leichte Aufgabe. Je 2 Tiere in Blau mit Binden, Blaugehämmert und Weiß hatten ihr Spitzentier in einem 1,0 jung Blaugehämmert aus der Zucht von T. Behnke. Dieser wurde mit „v97“ bewertet und Europachampion der Gaditanokröpfer. Auch in der Kollektion der 7 Schwarzen Gaditanos dominierte ein 1,0 alt von T. Behnke der mit „hv96“ bewertet wurde. 2 Tiere in Schwarzgetigert und je ein Tier in braun, braungescheckt, braunfahlgeherzt und Sprenkel bildeten den Abschluss dieser Rasse und hatten noch mal ein Toptier in der braunfahlgeherzten Alttäubin von T. Behnke.
10 Morrillero-Alicantino-Kröpfer wurden aus einer niederländischen Zucht präsentiert. Hier zeigen sich die extreme Triebigkeit der spanischen Kröpfer, gepaart mit einem noch aparteren Aussehen. Die Morrillero tragen die Schwingen unter dem Schwanz, stehen sehr aufgerichtet in Aktion auf den Zehenspitzen und zeigen einen nach hinten stark gebogenen Hals, ähnlich dem eines Schwan. Dazu sträuben sie die Federn im Nackenbereich und einige Tiere haben teilweise ein leichtes Nackenblaswerk. Diese Halsform wird als „Morrillo“, also Stiernacken bezeichnet wird. Dabei zeigt der Rücken einen Bürzelbogen, das Rückengefieder wird leicht gesträubt, der Schwanz stark aufgefächert und auf den Boden gedrückt. A. Kok präsentierte je 2 Tiere in schwarz, weiß, rotfahl sowie 4 in Blau/Blaugscheckt. Eine tolle Kollektion die in der Qualität voll überzeugen konnte!
34 Marchenerokröpfer waren für eine Europaschau etwas wenig. Leider hatte sich nur ein Züchter aus dem zuständigen SV an der Schau beteiligt. Trotzdem konnte sich die Kollektion sehen lassen. Erstklassige Tiere aus Holland und Deutschland gab es zu bestaunen. Je 3 Tiere in Schwarz und Braun wurden gezeigt. „hv96“ auf 1,0 alt von A. Brinkwirth. 4 Rassevertreter in Blau mit schwarzen Binden und 10 in Braunfahl folgten. Hier gab es je einmal „hv96“ für unseren holländischen Zuchtfreund L. Sticker. In Braunfahl konnte eine 0,1 alt von E. Pietrzak voll überzeugen, die sich mit extremer Rückenfedersträubung und waagerechter Körperhaltung auf dem Sockel stehend präsentierte. Der Lohn war „v97“ + Europachampion. Mit einem Tier in Rotfahl und 3 in Gelbfahl/Gelbfahlgehämmert präsentierte J. Walter seine Seltenheiten bei den Marcheneros. 4 Rassevertreter in Blaugehämmert und 3 in Braunfahlgehämmert zeigten sich erstklassig. Hier gab es „v97“ + Europachampion für 1,0 alt Blaugehämmert von E. Pietrzak und „hv96“ für einen 1,0 alt Braunfahlgehämmert von L. Sticker. Den Abschluß bildeten 3 rassetypische Marchenerokröpfer im nicht anerkannten Farbenschlag Blauschimmel aus der Zucht von A. Brinkwirth.
Den Reigen der Hängekröpfer wurde von den 26 Jiennensekröpfern in Blau eröffnet. Bei dieser Rasse haben wir noch etliche „Baustellen“. Im Stand sollten die Tiere zum Großteil an Höhe zulegen, die Hinterpartien müssen kürzer werden und der Augenrand dem Zuchtziel von „Pflaumenblau“ näher kommen. Die Augenfarbe soll Vitalität wiederspiegeln und dementsprechend leuchtend sein. Das Spitzentier kam aus dem Mutterland der Rasse und wurde von Manuel Alarcon gestellt. Eine triebstarke und in den Rassemerkmalen sehr ausgeglichene Täubin mit V- 97 EB. Die HV –Tiere stellten Brinkwirth und Pietrzak. Die Blauschimmel in ansprechender Qualität mit den gleichen Problemen wie die Blauen. Es beindruckte das prima Farbspiel. 2-Mal HV für Brinkwirth. Die AOC, Braunfahlen, Rotfahlen und deren Schimmel haben noch viel Züchterfleiß vor sich, erste gute Ansätze sind aber Vorhanden und machen Mut für mehr.
34 Rafenokröpfer warben für die Rasse. Die Figuren sind recht typisch, verbessert werden muss die Warzenbildung, das kantige Kopfprofil und das „Sich präsentieren“. Die Gesichter dürfen auch noch etwas kürzer werden. Auf ausreichend Schnabelsubstanz ist zu Achten. Die Spitzentiere können durchaus mit den Tieren im Mutterland konkurrieren. V-97 EB und 2Mal HV für Barbeito auf schwarz, HV für Hollschuh auf Blau und 2-Mal HV für Barbeito auf Aschfahl. Grundsätzlich ist es natürlich speziell in dieser Rasse sehr schwer mit Jungtieren in die Konkurrenz zu gehen, da der Entwicklungsprozess eines „Rafeno“ erst nach mehreren Jahren abgeschlossen ist, hier ist das Fingerspitzengefühl der Preisrichter gefragt.
10 schwarze Sevillanokröpfer
sollten in der Größe zulegen. Die Kopfpunkte, die Haltung und auch die
Proportionen der Figuren generell, konnten gefallen. Der typische Ramskopf
sollte noch mehr zur Geltung kommen. V-97 EB für Pietrzack auf einen
harmonischen Alttäuber mit feiner Warzenbildung und feurigem Auge. Die Roten
waren noch recht unausgeglichen, aber mit tollen Ansätzen in Figur, Ramskopf
und Warzenbildung. Farblich ist das Rot natürlich noch nicht als gefestigt
anzusehen, zu viele Faktoren wirken dort noch ein und verhindern ein gleichmäßiges
Rot. Hv für Wolff auf eine Jungtäubin mit prima Rassemerkmalen. Die
Rauchblauen und Rauchblaugehämmerten präsentierten sich mit 17 Tieren.
Insgesamt wirkte die Kollektion noch sehr unausgeglichen, alle Zutaten für
einen super „Sevillano“ waren vorhanden, aber leider noch nicht auf einem
Tier vereint. In den Ramsköpfen wirken sie schon recht typisch, was noch noch
zu optimieren gilt, sind die Standhöhe und eine kürzere Hinterpartie.
Farblich gab es nichts zu mäkeln. Für die Zukunft bin ich sehr zuversichtlich
und gespannt auf die Entwicklung in den nächsten Jahren bei dieser tollen
Rasse.
Der Granadinokröpfer als Goliath unserer Rassen stellte sich mit 16 Tieren von 4 Züchtern dem Preisrichterurteil. Das Hauptproblem war die fehlende Standfreiheit und die langen Hinterpartien. Hier ist unbedingt Abhilfe zu schaffen. Es sieht einfach nicht schön aus und entspricht nicht dem Zuchtziel im Heimatland, wenn die Tiere zu tief stehen und nach hinten zu lang sind. Die Köpfe konnten gefallen, wenngleich der rote Augenrand bei vielen Tieren nur zu erahnen war, ein Problem das allerdings auch in Spanien vorhanden ist. Interessant sind bei den „Granis“ die Faded- Varianten die in der Rasse stark vertreten sind und für ein apartes Äußeres sorgen. Gewinner war Brinkwirth mit einer Altäubin in Braun mit HV- EB.
Neu im Deutschen Rassetaubenstandart seit 2011 präsentierten sich die 50 Canariokröpfer aus drei Ländern in zahlreichen Farbenschlägen. In Blau mit schwarzen Binden HV für Wolff auf eine junge Dame mit prima Rassemerkmalen. Die Kopfprofiele mit ununterbrochener Bogenlinie von Schnabelspitze bis in den Nackenabgang wussten zu gefallen, auch figürlich mit schönem, tiefem Flügelschild waren sie prima. Farblich sollten an die Canarios sowieso keine großen Forderungen gestellt werden (siehe auch den Standard). Bei den Braunfahlen in Bindig und gehämmert HV an Hoogerdwjin. In Blaufaded steckt noch einiges an Arbeit was die Kopfprofile und die etwas langen kräftigen Figuren angeht. Insgesamt sollte der Farbenschlag im Erscheinungsbild einheitlicher werden. Die Faded Varianten sind bei den Canarios recht gut verbreitet und teilweise sehr apart. Die Weißen sollten eine Idee zarter werden und im Kopfprofil edler verlaufen. Hv auf 1.0 Alt für Wolff. Die Schwarzen aus den deutschen Zuchten hatten spitzen Köpfe, aber im Körper dürften sie reduzierter sein und der Hängekropf sollte ausgeprägter sein. Die spanischen Tiere diese Farbenschlages waren eine Enttäuschung in jeder Linie. Hier ist ein schönes Betätigungsfeld für neue Züchter. Die Tiger und Muselköpfe zeigten die gleiche Vorteile und Probleme wie ihre schwarzen Vettern. Schecken in Blau, Braun und Schwarz waren zum Teil eine echte Augenweide mit super Wesen, prima Figuren, straffem Gefieder und klasse Köpfen. Das die Zeichnung immer etwas differiert, liegt in der Natur der Sache und hat uns nicht zu stören. Hv für Hoogerdwijn auf Braunscheck und V EB auf einen Klasse Jungtäuber in Blaugescheckt für Kok. Festzustellen ist, dass der Canario eine Rasse für Jedermann mit tollen Farben, super Wesen und guten Zuchteigenschafften ist. Auf der letzten Vorstandsitzung des VDT wurde unserem Sonderverein die Betreuung der Rasse übertragen!
Die Kollektion der 35 Katalanischen Tümmler hat es in dieser Größe schon lange Jahre nicht mehr in Deutschland gegeben. 25 Weißplatten der einzigen im Deutschen Rassetaubenstandard anerkannten Variante waren gemeldet. Den Anfang machten 8 Tiere im schwarzen und 2 im gelben Farbenschlag. Das beste Tier zeigte D. Brömelhus eine 0,1 alt schwarz mit „sg95“. Unter den 7 dunkel-bronceschildigen und 8 Tieren der Silbervarianten waren einige erstklassige Rassevertreter zu bestaunen. Hier fielen je einmal „hv96“ auf ein Tier von D. Brömelhus und W. Brinkwirth. Den Europachampion auf Katalanische Tümmler Weißplatten Silber errang W. Brinkwirth auf eine 0,1 jung mit „v97“. Jetzt folgten 10 Tiere in der AOC-Klasse. Auch hier hatten sich neben den in Deutschland nicht anerkannten Weißschwänzen und einfarbigen Varianten auch einige Weißplatten eingeschlichen die sehr typvoll waren. Auch wenn die Köpfe teilweise noch nicht ganz der angeforderten Form entsprechen, konnte D. Brömelhus auf einen hochfeinen Weißschwanz in schwarz „hv96“ erreichen, der hier den Europachampion stellte. K. Reinermann konnte auf eine Variante aus der Almondfamilie „hv96“ für sich verbuchen.
M.Brinkwirth und M.Barbeito
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